Spring Bluegrass Festival vom 23. Mai in Willisau

26 Mai

Einmal mehr haben sich die Organisatoren des Festivals, welches jährlich im Schweizerischen Agrarmuseum Burgrain in Alberswil/Willisau stattfindet, selbst übertroffen. Das Line up in diesem Jahr war grossartig. Der Publikumsaufmarsch war dementsprechend: Publikumsrekord!

Mit „Doyle Lawson and Quicksilver“ als Headliner holten die Veranstalter eine der erfolgreichsten Bluegrass Band in die Schweiz. Mark Johnson und Emory Lester, das Alan Munde Trio (mit Alan Munde, Dick Kimmel und Adam Granger) sowie Brent Moyer, der Singer-/Songwriter aus Nashville im Duett mit dem virtuosen Schwyzerörgeli-Spieler Kurt Müller aus Hergiswil bei Willisau rundeten die prominente Runde ab. Aus dem europäischen Ausland kamen „Ruben & Matt and The Truffle Valley Boys“ (I) und „Acoustic Boulevard (B/F)“ nach Alberswil. Aus der Schweiz waren die „Country Pickers“, „Blue Sky“ und die „Wäfler Brothers“ mit von der Partie.

Dass die Amerikaner eine grosse Show bieten würden, durfte vom zahlreichen Publikum fast erwartet werden. Der Altmeister Doyle Lawson und seine Band überzeugte denn auch mit zwei hervorragenden Auftritten. Er bestritt mit seiner Band am Sonntagmorgen ein Gospelkonzert am gleichen Ort und überzeugte dort vor allem auch mit fantastisch arrangierten A Capella Songs.

Mark Johnson und Emory Lester zeigten sich als hervorragende Instrumentalisten. Beide gaben im Rahmen des Festivals auch Workshops für Banjo, Gitarre und Mandoline. Zur Popularität Johnsons – nicht nur bei Hardcore Fans – trug seine 2012 zugesprochene Auszeichnung des renommiertesten aller Banjo-Preise: den Steve Martin Award for Excellence in Banjo and Bluegrass Music.

Das Alan Munde Trio unterhielt die Zuschauer mit traditionellen Songs. Das Repertoire der drei altgedienten Vollblutmusiker ist offensichtlich unerschöpflich. Das Trio tat sich mit Mark Johnson und Emory Lester zur „Willisau Banjo Experience“ zusammen. Sie spielten Old Time, Blue- und Clawgrass, zeigten die Eigenheiten der verschiedenen Banjo-Stile auf und erzählten Geschichten aus ihrem Leben.

Brent Moyer (Gitarre) und Kurt Müller (Schwyzerörgeli) experimentierten mit ihren Musikstilen, der Country- und der Schweizer Volksmusik, und kamen beim Publikum mit ihrem Auftritt beim Publikum sehr gut an.

Die grösste Überraschung dürften aber „Ruben & Matt and the Truffle Valley Boy“ gewesen sein. Ihr Auftritt mit kraftvollem und unverfälschtem Sound der frühen Bluegrass-Jahre und die gekonnte Choreographie um das zentrale Grossmembran-Mikrofon begeisterte das Publikum am Nachmittag auf der kleinen Bühne im ersten Stock des Museums, wie auch auf der Hauptbühne am Abend. Ihre gerade herausgekommene CD verkaufte sich nach den beiden Shows bestens.

„Acoustic Boulevard“ (Be/Fr) legte mit ihren Auftritten zwei solide Auftritte hin. Auch sie wussten zu überzeugen.

Alle drei Schweizer Bands zeigten dem Publikum, dass die Schweizer Bluegrass-Szene auch internationale Vergleiche nicht zu scheuen braucht. „Blue Sky“ mit ihrer stimmgewaltigen Lead-Sängerin und Gitarristin Manuela Schläpfer konnte die gutgelaunten Zuschauer mit ihren melodiösen Liedern überzeugen. Die „Wäfler Brothers“, welche in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen feiern, spielte in ihrem von ihnen gewohnten urchigem Bluegrass-Stil. Die „Country Pickers“, die 2010 wiedergeborene Bluegrassband aus Basel (in Wirklichkeit aus vier Kantonen und Südbaden) trug den von ihnen stilistisch eher modernen Bluegrass vor, welchen man von ihrer 2013 herausgegebenen CD kennt.

Alles in allem ein hervorragendes Festival 2015! Wir dürfen gespannt sein, was sich die Organisatoren für das nächste Jahr einfallen lassen.

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