SongbookPro im Test: Warum ich meinen Notenständer eingemottet habe

20 März

Dies ist der ausführliche Artikel, auf den wir im SBMA News 127 hingewiesen haben.

Früher schleppte ich mehrere Bundesordner voller Songsheets zu jeder Jam-Session – mit wackeligen Notenständern und dem ständigen Risiko, dass alles krachend zu Boden fällt. Heute reicht ein Tablet. Ich habe mir die App «SongbookPro» genauer angesehen und verrate Euch, warum ich diesen Komfort nicht mehr missen möchte.

Im folgenden ausführlichen Bericht erfahrt Ihr alles über die wichtigsten Funktionen, die Kosten, die Unterschiede zwischen Einzel- und Gruppenlizenzen und bekommt zwei Exkurse, die Euch helfen, das ChordPro-Format zu verstehen und das passende Tablet für Eure Bedürfnisse zu finden.

Viel Spass beim Lesen!

Euer Tom Klingel


Digitale Notenmappe im Test: Mit SongbookPro wird der Notenständer zum Auslaufmodell

Schluss mit schweren Ordnern und wackeligen Notenständern! Ich habe mich auf die Suche nach der idealen digitalen Lösung für meine ständig wachsende Songsheet-Sammlung gemacht – und bin bei der App «SongbookPro» fündig geworden. Ein Erfahrungsbericht.

Vor einigen Jahren wurde es mir zu dumm, die verschiedenen Songsheets in Heft- und Buchform oder in Loseblattsammlungen mit mir herumzutragen. Ich kannte Kolleg:innen, die mehrere Bundesordner zu Jams mitschleppten, um sie dann auf sehr wackeligen Notenständern zu platzieren, damit sie später krachend zu Boden und vielleicht auf das abgestellte Instrument anderer Musiker:innen gingen. Ich übertreibe leider nicht! Ausserdem sahen Tablets in ihren Halterungen an Mikrofonständern schicker aus als Notenständer auf der Bühne. Klar – die Stücke auswendig zu können wäre auch ein Weg. Was aber tun, um die stetig wachsende Songsheet-Sammlung in den Griff zu bekommen, wenn das Merkvermögen nicht so gross ist?

Meine Wahl fiel auf ein iPad Pro (es hätte aber auch ein Tablet mit Android-Betriebssystem sein können, dazu später mehr im Exkurs) und auf Empfehlung einer Kollegin entschied ich mich für die App SongbookPro solo auf iOS. Sie kostet einmalig USD 7.-, und sie ist es, die ich hier bespreche. Der Vollständigkeit halber sei aber erwähnt, dass es für SongbookPro mittlerweile auch Gruppenlizenzen mit Kollaborationsfunktionen gibt (zum Beispiel für Bands), welche dann aber mit einem Abo-Modell und entsprechendem Preisplan hinterlegt sind (siehe Abbildung 2).

SongbookPro ist eine umfassende Lösung für alle, die ihre Musik in einem digitalen Format auf dem Notebook oder Tablet organisieren und verwalten möchten. Es baut dabei auf dem ChordPro-Format auf (einer Syntax zur Formatierung von Songsheets, die ich im Exkurs genauer erkläre) und bietet eine benutzerfreundliche Oberfläche und eine Vielzahl von Funktionen, die das Erstellen, Verwalten und Organisieren von Songsheets (auch «Leadsheets» genannt) mit Texten und Akkorden erleichtern. Für reine Instrumentalstücke gibt es andere Apps, wie zum Beispiel iRealPro (einem Programm, das wir in einem der nächsten Hefte genauer vorstellen werden).

Als Betriebssysteme unterstützt werden Android, iOS (sowohl auf Smartphones als auch auf Tablets), Windows sowie Amazon Fire – nicht aber macOS. Wichtig zu wissen ist aber: Über den integrierten SongbookPro-Manager läuft es auch auf macOS. Wenn man ein Tablet mit der installierten App besitzt, braucht man auf dem PC oder MacBook keine separate Installation. Dazu später mehr.

SongbookPro bietet eine Vielzahl von Funktionen:

  • Werkzeuge zum Erstellen und Editieren eigener Songsheets sowie deren Metadaten
  • Festlegen von BPM, Tempo und Dauer der Songs, damit die App während des Spielens in der richtigen Geschwindigkeit scrollt oder umblättert
  • Integriertes Metronom, das sich an die BPM des Songs anpasst. Das Metronom kann so konfiguriert werden, dass es einen akustischen und/oder einen visuellen Blinkindikator verwendet
  • Gruppieren von Songs in Sets: einfaches Wechseln zwischen verschiedenen Songs bei Live-Auftritten
  • Schnelle und einfache Schlüssel- und Kapodaster-Einstellungen: ideal für die schnelle Anpassung an die eigene Spielweise und Stimmlage
  • Transponieren, um die Akkordlage anzupassen
  • Importieren von Songs im ChordPro- oder Onsong-Format, PDF-Dokumenten oder direkt von den Webportalen UltimateGuitar.com, WorshipTogether.com und e-chords.com (dazu ist eine WLAN-Verbindung oder ein Hotspot mit dem Smartphone nötig). UltimateGuitar.com und e-chords.com haben sich insbesondere bei Jams bewährt, wenn ein Stück angesagt wird, das noch nicht in der eigenen Sammlung vorhanden ist. Meist müssen diese heruntergeladenen Songsheets aber noch korrigiert werden.
  • Einfaches Teilen von Songs und Sets mit anderen SongbookPro-Nutzern, zum Beispiel über eine eigene Cloud-Anwendung
  • Bequemes Editieren von Songsheets am PC oder Mac, mit Maus und Tastatur, indem man eine Verbindung im heimischen WLAN über den eingebauten SongbookPro-Manageraufbaut (siehe Abbildung 1), der eigentlich eine lokale, IP-basierte Webanwendung darstellt. So kann man auch mit einem MacBook Songsheets bearbeiten
  • Unterstützung von Fusspedalen zum Umblättern etc. via Bluetooth-Verbindung

Ich möchte diesen Komfort nicht mehr missen: Allein die Fähigkeit, aus der App bei Ultimate Guitar und e-chords nach neuen Songs zu suchen (auch wenn sie oft nicht korrekt transkribiert wurden und nachbearbeitet werden müssen), ist für mich unbezahlbar.

[Abbildung 1: SongbookPro Manager auf dem PC oder MacBook]
 

[Abbildung 2: Preisplan für die Gruppenlizenzen mit Cloud-Anbindung]
Exkurs: Was ist ChordPro?

ChordPro ist sowohl eine Darstellungssprache mit vorgegebener Syntax (vergleichbar zum Beispiel mit HTML) für digitale Songsheets, als auch eine Referenzimplementierung als Anwendung auf Windows, macOS und Linux-Derivaten. Das Prinzip der Syntax und der daraus resultierenden Darstellungen wird sehr gut auf der offiziellen ChordPro-Webseite erklärt. ChordPro erzeugt Songsheets in PDF und ist in der Lage, zwischen Tonarten zu transponieren – das ist übrigens die Stärke aller Anwendungen, die auf der ChordPro-Syntax aufbauen. ChordPro ist leider auf Tablets nicht zu gebrauchen, aber zum besseren Verständnis der Syntax sowie der Darstellungselemente für Songsheets wichtig.

Exkurs: Welches Tablet kaufen?

Das ist zugegebenermassen eine philosophische, wenn nicht sogar religiöse Frage! Ich möchte mich nur dahingehend äussern, dass für SongbookPro allein vermutlich ein älteres Tablet genügt, das man sowieso schon hat – oder ein preisgünstiges vom Discounter. Wenn man aber vor einer grundlegenden Neuanschaffung steht und mit dem Tablet mehr machen will, lohnen sich folgende Überlegungen:

Welches Smartphone benutzt man? Ein iPhone oder eines mit Android? Wenn man in der Apple-Welt zu Hause ist, wird vermutlich ein iPad mehr Synergien stiften. Es muss zudem noch erwähnt werden, dass die aktuellen Prozessorarchitekturen von Apple leistungsfähiger als alles andere sind (Stand 2025/2026; wer sich genauer informieren möchte, dem seien die ausführlichen Testberichte von Michelle Brändle bei digitec.ch empfohlen, die sich allerdings mehr auf Grafik und Bildverarbeitung konzentrieren). Aber diesen Overkill wird man nur nutzen, wenn man mit dem Pad auch Bild- und tonverarbeitende Aktivitäten plant, also zum Beispiel Video-Editing oder Recording. Auch hinsichtlich des Sounds sind iPads von hoher Qualität (ja, ich benutze meines auch zum Musik hören oder für Audio-Podcasts). Die Konkurrenz bietet allerdings im höheren Preissegment auch interessante Produkte – so zum Beispiel die Samsung Galaxy Tab S10 Ultra Serie mit noch grösseren Displays (14,6 Zoll – Apple hat im Vergleich «nur» 13 Zoll zu bieten). Gehört haben meine verwöhnten Ohren das Samsung S10 noch nicht, also ist es schwierig, Aussagen dazu zu machen. Allerdings gibt es in verschiedenen Foren durchaus kritische Äusserungen zum Sound sowie zur Akkulaufzeit der Samsung-Geräte – etwas, das ich von Apple-Produkten weniger kenne.

Fazit: Es bleibt schwierig, für alle Bedürfnisse das Richtige zu finden. Man prüfe bitte kritisch, bevor man sich an einen Hersteller bindet.

Wenn es zum Produkt weiterführende Fragen aus der Community gibt, beantworte ich diese gerne. Und wenn Ihr einen Erfahrungsbericht über eine von Euch favorisierte App schreiben wollt, die den Mitgliedern der SBMA empfohlen werden kann, seid Ihr hiermit ermuntert, dem Redaktionsteam einen solchen einzureichen.

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Weiterführende Links per QR-Code:

Für alle, die tiefer in die Materie einsteigen möchten, haben wir hier die wichtigsten Adressen als QR-Codes zusammengestellt:

ChordPro-Webseite: Ausführliche Einführung in die ChordPro-Syntax und die Referenzsoftware.

digitec.ch Testberichte: Die Artikel von Michelle Brändle zum iPad Pro 2024 und zum Samsung Galaxy Tab S10 Ultra.

 

Sore Fingers Week 2026 – 6. bis 10. April 2026

12 Dez.

Wenn der Frühling in England langsam Fahrt aufnimmt und die ersten warmen Tage nach Musik und Neubeginn duften, ist es Zeit für die Sore Fingers Week, seit Jahrzehnten ein Fixpunkt für Lernlustige, Jam-Freunde und alle, die im April nach musikalischer Inspiration suchen. Die Veranstaltung schlägt ein neues Kapitel auf: Nach dreissig Jahren an ihrem vertrauten Standort zieht Europas grösste Bluegrass- und Old-Time-Workshopwoche in ein neues Zuhause um – mit mehr Platz, frischem Schwung und verbesserten Rahmenbedingungen. Rund zehn Teilnehmende aus der Schweiz sind bereits angemeldet, was den Anlass zunehmend auch für die hiesige Szene relevant macht. Es ist jetzt Zeit, sich anzumelden. Die vollständige Pressemitteilung mit allen Details findet ihr im Anhang.

1. Swiss Bluegrass Day – ein Tag zum Feiern!

1 Sep.

Zum ersten Mal verbinden wir unsere Generalversammlung mit dem SBMA FanFest – und machen daraus einen ganzen Tag im Zeichen des Bluegrass.

Wir beginnen am Samstag, 28. März 2026 um 11 Uhr mit der GV, teilen danach ein gemeinsames Mittagessen und öffnen am Nachmittag die Türen für Jams, Workshops, eine offene Bühne und vieles mehr. Nach dem Nachtessen erwartet uns ein musikalisches Highlight.

👉 Merkt euch das Datum – und seid dabei, wenn wir gemeinsam Bluegrass in der Schweiz feiern!

Neuer Vorstand der SBMA

3 Apr.

Aus dem SBMA Intern, SBMA News 119/2024, S.36

Generalversammlung vom 25. Februar 2024

Am 25. Februar 2024 fand die 29. Generalversammlung (Berichtsjahr 2023) der SBMA statt. Nach einem Begrüssungs-Apéro konnte der Vorstand (Präsident Beat Heri, die Aktuarin Bea Caruso und die Geschäftsführerin Angelika Torrie) die Jahresversammlung, an der 46 stimmberechtigte Mitglieder teilnahmen, eröffnen.

Beat Heri und Bea Caruso haben bei der letzten GV mitgeteilt, dass sie sich nur noch für ein Jahr zur Verfügung stellen. Sie schieden demgemäss jetzt aus dem Vorstand aus und wurden anlässlich der GV zu Ehrenmitgliedern ernannt. Als neuer Vorstand wurden gewählt: Angelika Torrie (Präsidentin), Urs von Arx Vizepräsident), Jasmin Torrie (Kassiererin), Stephan „Steve“ Coblitz (Aktuar).

Die Traktanden, Informationen und angeregte Diskussionen waren in zwei Stunden erledigt, und die Teilnehmer konnten sich auf einen kleinen Imbiss freuen. Ein Protokoll dieser GV findet sich inzwischen auf der Website www.sbma.ch oder www.bluegrass.ch im Mitgliederbereich.

Anschliessend an die Generalversammlung und den Imbiss wurde am Nachmittag die übliche Jamsession, die wie immer am letzten Sonntag eines Monats stattfindet, durchgeführt.

SBMA Jam Session nach der GV